- Rathaus & Politik
- Leben & Wohnen
- Wirtschaft & Mobilität
- Erleben & Entdecken
90.000 Fahrgäste nutzen KNUT in den ersten fünf Jahren – und sie lieben die Elektroshuttle
Bediengebiet stark gewachsen – seit 2025 auch in ganz Bad Vilbel
In den fünf Jahren hat die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ das Angebot mit den komfortablen Elektro-Vans, die die Fahrgäste per App oder Telefon buchen, stetig weiterentwickelt. „Anfangs umfasste das Bediengebiet 28.000 Menschen, heute können 110.000 Menschen KNUT nutzen“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Tom Reinhold, Geschäftsführer von traffiQ. „Die Zahl der virtuellen Haltestellen ist von 570 auf heute 2.500 gestiegen.“ Nach anfangs drei sind heute vier Fahrzeuge unterwegs. Das Bediengebiet wuchs von 20,9 auf 64 Quadratkilometer. Anfangs umfasste es die Stadtteile Bonames, Harheim, Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach. Heute beinhaltet es den gesamten Frankfurter Norden bis zum Nordwestzentrum und zum Weißen Stein. Seit Mitte Dezember 2025 gehört auch das ganze Stadtgebiet von Bad Vilbel dazu, zuvor nur der Nordbahnhof.
KNUT ist längst auch ein Symbol für die besonders enge Kooperation zwischen Frankfurt und Bad Vilbel beim öffentlichen Personennahverkehr. „Den Menschen ein solches Mobilitätsangebot zur Verfügung zu stellen, ist ein echter Standortvorteil“, sagt Sebastian Wysocki, Bürgermeister von Bad Vilbel. Dezernent Schwander, der direkt nebenan in Nieder-Erlenbach wohnt und die Entwicklung von KNUT intensiv verfolgt hat, stimmt zu: „KNUT schließt die Lücken im Verkehrsangebot über die Stadtgrenze hinweg, die wir über Jahre und Jahrzehnte hatten. Die Shuttlebusse haben die Mobilität und das Leben für viele Menschen unkomplizierter gemacht. Was hier mit Bad Vilbel gelungen ist, wollen wir auch mit anderen Nachbarorten in Angriff nehmen: Die Stadtgrenze überwinden und Frankfurt und die Region noch enger verknüpfen.“
Fahrgäste geben Bestnoten – und fahren seltener mit dem Auto
Bei den Fahrgästen ist KNUT ein großer Sympathieträger. Diese bewerten ihn seit Betriebsbeginn durchgehend mit 4,9 von 5 Sternen. „Das ist ein tolles Lob und zeigt, dass die flexible Bedienform als Ergänzung und Zubringer zu U-Bahn, S-Bahn und den Linienbussen einen Nerv getroffen hat“, findet traffiQ-Geschäftsführer Reinhold. Xanthi Doubara von Via, dem Betreiber der KNUT-Fahrzeuge, sagt: „Wir sind stolz, dass wir als integrierter Betreiber mit unserer Technologie, Fahrzeugen und unserem guten Fahrpersonal einen Beitrag dazu leisten dürfen, dass hier eine echte Alternative zum Privat-Pkw geboten wird. Und zwar nicht nur in der Theorie, sondern im Alltag von 110.000 Menschen im Frankfurter Norden und in Bad Vilbel.“
Eine Umfrage unter den Nutzern im Sommer 2025 hat ergeben, dass KNUT seine Kunden mobiler macht: Sie sind flexibler und schneller unterwegs. „Zwei Drittel der Kunden fahren aufgrund ihrer Erfahrungen mit KNUT seltener mit ihrem privaten Auto“, erklärt Tom Reinhold. „Das On-Demand-Angebot hat also einen direkten, positiven Einfluss: Es schützt das Klima und verringert die Verkehrsmenge auf den Straßen.“ Ohne KNUT hätten 24 Prozent der Fahrgäste den Privatwagen oder ein Taxi genutzt. 45 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer sind ein- oder mehrfach pro Woche mit KNUT unterwegs, viele verwenden ihn im Freizeitverkehr.
traffiQ hat autonome Angebot im Blick auf für KNUT
Für die Zukunft von KNUT hat traffiQ die Entwicklung bei den autonomen Shuttles genau im Blick, besonders beim Projekt KIRA des Rhein-Main-Verkehrsverbundes im Norden von Darmstadt. Dieses baut auch auf Erfahrungen auf, die der RMV zusammen mit traffiQ mit autonomen Fahrzeugen gemacht hat. „Als autonomes Angebot kann KNUT eines Tages hoffentlich einen großen Entwicklungsschub hin zu einem für die Fahrgäste noch erheblich besseren und zugleich viel wirtschaftlicheren Nahverkehrsangebot bieten“, schaut Tom Reinhold in die Zukunft. „Mit den erfolgreichen ersten fünf Jahren von KNUT haben wir dafür eine sehr solide Grundlage geschaffen.“
Kuchen und Freifahrten: KNUT feiert mit seinen Fahrgästen
Seinen fünften Geburtstag feiert KNUT mit den Fahrgästen. Jeder registrierte Fahrgast kann am Sonntag, 4. Oktober, einmal kostenlos mitfahren. Dafür kann der Aktionscode JKNUT5 genutzt werden. Das Angebot gilt bis Montagfrüh, 6 Uhr. Dazu bekommt jeder Fahrgast vom 4. Oktober an einen kleinen Kuchen – bis 11. Oktober oder solange der Vorrat reicht.
Hintergrund: Was ist KNUT?
Der On-Demand-Service KNUT ist ein flexibles Verkehrsmittel im Frankfurter Norden und Bad Vilbel, das auf Bestellung und nicht nach einem festen Fahrplan verkehrt. Derzeit sind drei elektrisch betriebene Vans in den Abend- und Nachtstunden von 18 Uhr am Abend bis 6 Uhr morgens im Einsatz und fahren dann, wenn sie von Fahrgästen über die App OnDemand@RMV oder telefonisch angefordert werden. In der Regel holt KNUT sie zehn Minuten später an der vereinbarten virtuellen Haltestelle ab und bringt sie innerhalb des Bediengebiets zum gewünschten Ort. Fahren mehrere Fahrgäste in die gleiche Richtung, kombiniert ein Algorithmus die Fahrtwünsche.
Der Service kann in den Stadtteilen Berkersheim, Bonames, Frankfurter Berg, Harheim, Kalbach-Riedberg, Nieder-Erlenbach, Nieder-Eschbach, in Teilen von Eschersheim, Heddernheim und Preungesheim sowie im ganzen Stadtgebiet von Bad Vilbel genutzt werden. Die vier E-Vans sind mit Rollstuhlrampen ausgestattet. Alle Informationen zu KNUT finden sich unter www.rmv-frankfurt.de/knut.
