Kita-Büro

Jugendbefragung 2026

Eure Stimme zählt – und das sind die Ergebnisse.

Im Frühjahr 2026 haben 606 Jugendliche aus Bad Vilbel an einer Befragung zu ihrem Alltag, ihren Wünschen und Anliegen in der Stadt teilgenommen. Ihr habt erzählt, wo ihr eure Freizeit verbringt, was euch fehlt, was euch beschäftigt und was Bad Vilbel besser machen könnte. Auf dieser Plattform findet ihr die Ergebnisse: aufbereitet, visualisiert und für alle zugänglich. Schaut rein, was eure Generation bewegt und was daraus für Bad Vilbel folgt.

Die ausführliche Auswertung gibt es hier als PDF zum Download: Auswertungsbericht.

Auswertung

Die Auswertung wurde durchgeführt von CrowdInsights.

Insgesamt haben 607 Menschen teilgenommen. Mit den sogenannten demografischen Fragen haben wir mehr über euch erfahren. Das ist die Zusammensetzung:

Leider sind Personen, die zur Zeit aufs Gymnasium gehen, stark überrepräsentiert. Bei der nächsten Umfrage soll durch mehr Werbung und gezieltere Ansprache mehr Diversität erreicht werden.

Die Auswertung der inhaltlichen Fragen:

Frage 1: Wo hältst du dich in deiner Freizeit in Bad Vilbel auf und gibt es Orte, die du meidest?

Typ: Kartenabfrage mit Mini-Umfrage pro gesetztem Punkt

  • Warum ist das ein Lieblingsort/No-Go-Ort?
  • Welche Idee hast du, um den Ort besser zu machen?

Insgesamt wurden 1368 Marker gesetzt, davon 1107 Lieblingsorte und 261 No-Go-Orte.

Karte im Vollbild anzeigen

Frage 2: Was machst du in deiner Freizeit?

Am häufigsten trefft ihr Freunde, treibt Sport oder hängt zuhause ab. Digitale Medien und Musik spielen ebenfalls eine große Rolle. Auffällig: Viele von euch engagieren sich ehrenamtlich – bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem DRK oder in der Jugendarbeit. Das Jugendzentrum wird bisher nur von wenigen genutzt.

Kreuzanalysen: Freizeitaktivitäten nach Geschlecht

Bei genauem Hinsehen zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Gaming ist deutlich männlich geprägt, kreative Aktivitäten wie Tanz, Musik oder Fotografie werden häufiger von Mädchen gewählt. Sport und digitale Medien sind bei allen gleich beliebt.

Frage 3: Was muss ein Jugendzentrum (Efzet) bieten, damit du dort mehr Zeit verbringst?

Ihr wünscht euch vor allem mehr Programm: Turniere, Spieleabende, Partys und Konzerte kommen gut an. Bei der Ausstattung stehen Billard, Tischkicker, Konsolen und gemütliche Chill-Bereiche ganz oben – aber auch einfach mehr Sauberkeit und modernere Einrichtung.

Ein Thema zieht sich durch viele Antworten: das Altersgefälle. Viele ältere Jugendliche fühlen sich im Efzet fehl am Platz, weil es vor allem von jüngeren Kindern genutzt wird. Dazu kommen Wünsche nach günstigem Essen und Trinken sowie passenderen Öffnungszeiten. Auffällig: Einige wussten gar nicht, dass es überhaupt ein Jugendzentrum gibt.

Habt ihr noch Wünsche oder Anregungen für die Efzets? Dann meldet euch bei den Bad Vilbeler Freizeitzentren!

Frage 4: Welche Angebote für Jugendliche oder Einkaufsmöglichkeiten nutzt du außerhalb von Bad Vilbel, weil es sie hier nicht gibt?

Das klare Thema Nummer eins: Klamotten. Für Marken wie New Yorker, Bershka oder Zara fahren viele von euch nach Frankfurt – das Angebot in Bad Vilbel wird außer H&M als zu dünn empfunden. Eng damit verbunden ist der generelle Sog der Frankfurter Einkaufszentren wie Zeil, MyZeil oder Hessencenter.

Beim Freizeitangebot steht ein Hallenbad ganz oben auf der Wunschliste, gefolgt von Kino, Bowling und Nachtleben. Auch bei der Gastronomie zeigt sich eine Lücke: Moderne, bezahlbare Foodspots wie KFC, Starbucks oder Five Guys fehlen – Frankfurt wirkt hier deutlich attraktiver.

Frage 5: Wie zufrieden bist du mit den Freizeitangeboten in Bad Vilbel?

Mehr als die Hälfte von euch ist zufrieden mit dem, was Bad Vilbel zu bieten hat. Nur eine kleine Minderheit ist unzufrieden – ein Drittel hat sich auf die mittlere Option festgelegt. Luft nach oben gibt es also, aber die Basis stimmt.

Frage 6: Welche Themen beschäftigen dich im Moment am meisten?

Ganz oben stehen die Dinge, die euren Alltag direkt betreffen: Schule, Ausbildung und die eigene Zukunft. Aber auch das große Weltgeschehen lässt euch nicht kalt – Krieg, Klimawandel und Sicherheit spielen eine wichtige Rolle. KI taucht ebenfalls als Thema auf.

Darüber hinaus beschäftigen viele von euch Fragen rund um Dazugehörigkeit und Akzeptanz – und ganz konkrete lokale Themen wie der ÖPNV oder das fehlende Schwimmbad.

Frage 7: Wie sicher fühlst du dich in Bad Vilbel?

Die große Mehrheit von euch fühlt sich in Bad Vilbel sicher – niemand hat „sehr unsicher" angegeben. Rund ein Fünftel ist unentschieden, und etwa jede:r Sechste fühlt sich eher unsicher. Unterschiede nach Stadtteil oder Geschlecht zeigen sich dabei kaum.

Frage 8: Gibt es Themen, bei denen du dir mehr Hilfe wünschst?

Am stärksten ist der Bedarf rund um den Berufseinstieg: Nebenjob, Bewerbung und Schule stehen ganz oben. Aber auch psychische Gesundheit und Wohnungssuche sind für viele ein echtes Thema.

Aus den Freitextantworten kommt ein deutliches Signal: Besonders am Süd- und Nordbahnhof fühlen sich viele – vor allem Mädchen und junge Frauen – nicht sicher. Aggressive Gruppen, Drogenkonsum und Belästigung werden konkret benannt.

Frage 9: Hattest du schonmal das Gefühl auf Grund deiner Herkunft, Sexualität, Religion oder deines Geschlechts ungleich behandelt worden zu sein?

Kreisdiagramm mit zwei Segmenten zur Geschlechterfrage, ein kleines dunkleres Segment für 'Ja' mit 24 Prozent und ein größeres helleres Segment für 'Nein' mit 76 Prozent

Ein knappes Viertel von euch hat diskriminierende Erfahrungen gemacht – deutlich häufiger Mädchen und junge Frauen. Besonders in der Kernstadt und auf dem Heilsberg wurde das öfter berichtet.

Was hätte geholfen? Vor allem Zivilcourage: dass andere eingreifen, nicht wegschauen, und dass man ernst genommen wird. Die Schule wird dabei besonders häufig als Ort genannt – und vereinzelt auch Lehrkräfte als Verursachende. Viele wünschen sich mehr Aufklärung und konkrete Anlaufstellen. Manche geben aber auch an, gar keine Hilfe mehr zu erwarten.

Frage 10: Wie sehr interessierst du dich für kommunale Politik?

Das Bild ist gemischt: Knapp die Hälfte von euch steht der Kommunalpolitik eher unentschieden gegenüber, ein Drittel interessiert sich kaum oder gar nicht. Aber immerhin ein Fünftel ist ziemlich oder sehr interessiert – und das unabhängig von Geschlecht oder Stadtteil.

Frage 11: Welche Möglichkeiten würdest du in Bad Vilbel nutzen, um deine Interessen zu vertreten?

Viele von euch wollen sich (noch) nicht aktiv einbringen – aber ein Fünftel würde direkt Kontakt zu Politiker:innen aufnehmen, und 12% können sich eine Mitarbeit im Jugendparlament oder Zukunftsausschuss vorstellen. Wählen und Umfragen wie diese werden als niedrigschwellige Wege besonders geschätzt.

Spannend: Einige von euch haben eigene Ideen entwickelt – Jugendparteien, Austauschtreffen mit der Stadt oder künstlerisch-politische Gruppen. Der Wunsch nach Formaten, die ihr selbst gestalten könnt, ist deutlich spürbar.

Frage 12: Wie informierst du dich über die Geschehnisse in Bad Vilbel?

Familie und Freunde sind mit Abstand die wichtigste Quelle – gefolgt von Social Media. Klassische Medien wie Zeitung, Radio oder TV spielen eine deutlich kleinere Rolle. Rund 8% informieren sich gar nicht aktiv über das Stadtgeschehen.

So geht´s weiter

Was passiert jetzt mit euren Antworten?

Die Ergebnisse dieser Befragung wurden am 2. Juni 2026 dem Sozialausschuss der Stadt Bad Vilbel vorgestellt. Eure Stimmen fließen damit direkt in die politische Diskussion ein – und sollen die Grundlage für konkrete Entscheidungen rund um Freizeit, Jugendzentren und Angebote in Bad Vilbel bilden.