Rathaus Bad Vilbel Eingang
© Christina Reitinger-Görgner

Der Direkte Draht vom 29.10.2026

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Wenn Ende Oktober die Tage kürzer werden, geschnitzte Kürbisse vor den Haustüren stehen und kleine Geister, Hexen und Vampire durch die Straßen ziehen, ist es wieder so weit: Halloween steht vor der Tür. Am 31. Oktober freuen sich viele Kinder und Jugendliche darauf, verkleidet von Haus zu Haus zu gehen, Süßigkeiten zu sammeln und gemeinsam mit Freunden einen gruseligen Abend zu erleben. Gleichzeitig hat dieses Datum auch eine besondere historische und religiöse Bedeutung. Es ist Reformationstag.

Halloween hat sich in den vergangenen Jahren auch in Deutschland zu einem beliebten Brauch entwickelt. Ursprünglich geht das Fest auf Traditionen aus dem keltischen Raum zurück und wurde vor allem durch die Verbreitung in den USA weltweit bekannt. Heute gehören fantasievolle Kostüme, geschnitzte Kürbisse und schaurige Dekorationen für viele Menschen zum Herbst dazu. Besonders für Kinder ist das Sammeln von Süßigkeiten ein Höhepunkt. Damit der Spaß für alle erhalten bleibt, sind gegenseitige Rücksichtnahme und ein respektvoller Umgang miteinander wichtig. Vor allem Autofahrer sollten besonders vorsichtig fahren, weil kleine Kinder im Dunkeln schwer zu erkennen sind.

Wer an Halloween von Haus zu Haus zieht, sollte einige einfache Regeln beachten. Nicht jeder möchte an dem Brauch teilnehmen. Deshalb gilt: Wer nicht mitmachen möchte, sollte das ebenso wenig rechtfertigen müssen wie diejenigen, die sich auf den Abend freuen. Ein freundliches Nein sollte akzeptiert werden. Auch Streiche dürfen nicht auf Kosten anderer gehen. Beschädigungen an Häusern, Fahrzeugen oder anderen Gegenständen sind kein harmloser Halloween-Spaß. Eltern sollten insbesondere jüngere Kinder begleiten oder mit ihnen besprechen, welche Wege sie gehen und worauf sie achten müssen.

Neben den gruseligen Kostümen und Süßigkeiten steht der 31. Oktober auch für ein wichtiges Kapitel deutscher und europäischer Geschichte. Der Reformationstag erinnert an die Reformation, die maßgeblich mit Martin Luther verbunden ist. Der Überlieferung nach veröffentlichte Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen Missstände in der damaligen Kirche. Dieses Ereignis gilt als wichtiger Ausgangspunkt der Reformation, die weitreichende religiöse, gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen in Europa auslöste. Der Reformationstag ist in Hessen kein gesetzlicher Feiertag, wird aber von evangelischen Gemeinden mit Gottesdiensten und Veranstaltungen begangen.

Halloween und Reformationstag stehen somit für unterschiedliche Traditionen, die auf denselben Kalendertag fallen. Während Halloween vor allem mit Gemeinschaft, Kreativität und Vergnügen verbunden ist, lädt der Reformationstag dazu ein, sich mit Geschichte, Glauben und gesellschaftlichem Wandel auseinanderzusetzen.

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich

Ihr Magistrat der Stadt Bad Vilbel