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Der Direkte Draht vom 22.01.2026
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
am kommenden Sonntag (25. Januar) geschieht in und für Bad Vilbel etwas durchaus Historisches und zwar Kirchenhistorisches. Beim Gottesdienst in der St. Nikolaus Kirche fusionieren verschiedene katholische Gemeinden aus Bad Vilbel, dem Frankfurter Norden und einem Teil des Hochtaunuskreises zu einer Großgemeinde.
Kirchliche Regionen haben andere Grenzen als die irdischer Institutionen. Die Bistumsgrenzen führen zum Teil durch Städte, fast schon durch Nachbarschaften und so ist eine regionale Zusammenarbeit auf kirchlicher Ebene ein stückweit anders gelagert, als sie es auf staatlicher Ebene wäre. Dennoch ist die Zusammenlegung verschiedener Gemeinden im Bistum Mainz, zu dem auch Bad Vilbel gehört, ein gutes Beispiel, wie man mit regionaler Zusammenarbeit und Zusammenschlüssen, positive Effekte erzielen kann.
Im ersten Moment mag es schwierig klingen, denn wenn mehrere kleine Gemeinden zu einer großen Gemeinde werden, sieht das nach längeren Wegen aus, es fühlt sich weniger nah an und man könnte befürchten, dass direkte Kontakte weniger werden. Doch diese Zusammenlegung ist nicht nur gut geplant, sie schafft auch Synergien und erzielt Gewinne für die kirchliche Arbeit.
Was man auf der öffentlich-staatlichen Ebene mittlerweile „interkommunale Zusammenarbeit“ (IKZ) nennt, wird also auf kirchlicher Seite durch die Etablierung dieser neuen Großgemeinde ebenfalls praktiziert. Die Region rückt damit näher zusammen. Man unterstützt sich gegenseitig, man tauscht sich aus, man findet Wege zueinander und hilft, wo man kann. Die Stadt Bad Vilbel hat mit der IKZ sehr gute Erfahrungen gemacht und betreibt diese beispielsweise bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes mit den Gemeinden Schöneck und Rodenbach oder beim gemeinsamen Vergabezentrum mit den Städten Nidderau, Friedberg und Schöneck. Auch die gemeinsame Bioabfallentsorgung mit Maintal oder die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Viernheim sind Beispiele für interkommunale Zusammenarbeit. Nicht zuletzt halfen die Karbener Nachbarn im vergangenen Jahr aus, als das Bad Vilbeler Standesamt mit längeren Ausfällen von Kolleginnen und Kollegen zu kämpfen hatte.
Es sind ja solche Grundtugenden, die uns gut tun: Solidarität, Subsidiarität und gute Organisation. Die Zusammenlegung der vormals kleinen Gemeinden kann damit als bestes Beispiel für regionale Zusammenarbeit und die Schaffung von Synergien gesehen werden.
In einer Welt, die vernetzt wie nie ist, scheint es bei vielen Alltagsfragen geradezu absurd, in zu starren Grenzen zu denken. Was der Nachbar gut kann, muss man selbst vielleicht gar nicht zwingend lernen. Dafür bringt man andere Tugenden und Talente ein, von denen der Nachbar wiederrum profitieren kann.
Gemeinsam ist man stärker und genau diesem Vorbild folgt die IKZ auf der einen und die Gemeindenzusammenlegung auf der anderen Seite.
In diesem Sinne grüßt Sie herzlich
Ihr Magistrat der Stadt Bad Vilbel

