Während des gesamten Bewerberverfahrens bis zum Ausspruch der Adoption werden Sie von der Adoptionsvermittlungsstelle begleitet. Diese berät und unterstützt Sie. Eine Adoption verläuft in diesen Schritten:
Beratung
Die Adoptionsvermittlungsstelle berät und informiert Sie umfassend. Sie erhalten Informationen über die Durchführung einer Adoption, über die Voraussetzungen zur Feststellung Ihrer Eignung zur Adoption eines Kindes, zu Vermittlungsverfahren, aber auch zu den Schwierigkeiten und besonderen Herausforderungen bei der Adoption.
Eignungsprüfung
Wenn Sie sich davon vergewissert haben, dass die Adoption eines Kindes der richtige Weg für Sie ist, stellen Sie einen Antrag auf Eignungsüberprüfung zur Vermittlung eines Adoptivkindes bei der Adoptionsvermittlungsstelle. Hierzu füllen Sie einen Bewerberbogen aus. Außerdem erstellen Sie einen sogenannten Lebensbericht. In diesem Dokument beschreiben Sie ihre bisherigen Lebensabschnitte, familiären Beziehungen, Ihre Partnerschaft (wenn Sie sich als Ehepaar oder als alleinstehende Person mit Partner/in bewerben) und Ihren Adoptionswunsch.
Um Ihre Motivation und Bereitschaft zu prüfen, möchte die Adoptionsvermittlungsstelle Sie kennenlernen. Dazu gibt es Seminare, Gespräche und Hausbesuche.
Die Fachkräfte der Adoptionsvermittlungsstelle werden über einen längeren Zeitraum aus verschiedenen Blickwinkeln Ihre Fähigkeit zur Aufnahme eines fremden Adoptivkindes begutachten. Ziel ist es, mit Ihnen zu erarbeiten, für welches Kind Sie zu sorgen geeignet wären. Alle Erkenntnisse fasst die Fachkraft der Adoptionsvermittlungsstelle in einem Bericht zusammen und fügt diesen Ihren Bewerbungsunterlagen bei.
Sind Sie zur Aufnahme eines Kindes geeignet, kann die Adoptionsvermittlungsstelle Sie als Bewerberin und/oder Bewerber in einer sogenannten Bewerberliste/Adoptionsliste aufnehmen. Ein Recht zur Aufnahme in diese Liste besteht ebenso wenig, wie auf Vermittlung eines Kindes.
Vermittlung
Wenn Sie für ein Kind als Adoptiveltern ausgewählt werden, beginnt der Vermittlungsprozess.
Zunächst erhalten Sie alle bekannten Informationen über das Adoptivkind. Sie erhalten Wissen über die Entwicklung des Kindes, den Gesundheitszustand, die bisherige Lebensgeschichte und, wenn vorhanden, Informationen zur Lebenssituation der leiblichen Familie. Sie werden darüber in Kenntnis gesetzt, ob das Kind auf der Grundlage einer vertraulichen Geburt oder anonymen Abgabe vermittelt werden soll. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die leiblichen Eltern ihre Identität preisgeben und die Adoptivpflegeeltern ihres Kindes kennenlernen möchten. Die potenziellen Bewerber und das Kind können sich in einem geschützten und kindeswohldienlichen Rahmen kennenlernen. In der Regel finden mehrere Begegnungen mit dem anzunehmenden Kind und Reflexionsgespräche mit den Fachkräften der Adoptionsvermittlungsstelle statt. In dieser Phase können Sie als mögliche Adoptiveltern sich für oder gegen die Aufnahme des Kindes entscheiden.
Adoptionspflegezeit
Das Adoptivkind wohnt jetzt bei Ihnen. In diesem Zeitraum soll ein gutes Verhältnis wachsen. Dabei wird die Dauer der Pflegezeit, in der sich eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung entwickeln kann, vom Alter des Kindes und seinen Vorerfahrungen abhängen.
Normalerweise ist in dieser Zeit das Jugendamt der Vormund des Kindes, das heißt: Sie können für das Kind zwar Entscheidungen in allen Fragen des täglichen Lebens treffen. Aber Entscheidungen, die darüber hinausgehen, müssen Sie im Vorfeld mit dem Jugendamt abstimmen.
Beschluss
Während der Adoptionspflegezeit können Sie einen Antrag auf Adoption stellen. Den Antrag können Sie nur mithilfe einer Notarin oder eines Notars stellen. Das Familiengericht prüft den Antrag, holt bei Ihrer zuständigen Adoptionsvermittlungsstelle einen Eignungsbericht und weitere adoptionsrelevante Unterlagen ein. Zudem sichtet das Gericht notwendige Einwilligungserklärungen wie z.B. von den leiblichen Eltern und dem Vormund.
Wenn die Adoption dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen Ihnen und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht, spricht das Familiengericht im Beschlussverfahren die Adoption rechtsgültig aus.
Nach Abschluss des Adoptionsverfahrens vor dem Familiengericht erfolgt automatisch die Beurkundung im Geburtenregister. Mit Adoptionsbeschluss erhält das Kind die rechtliche Stellung eines leiblichen Kindes. Die Rechtsbeziehungen zur leiblichen Familie erlöschen bei einer Fremdadoption.