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Der Magistrat der Stadt Bad Vilbel
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Yannick Schwander
SchwanderYannick
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Der Direkte Draht

Pogromgedenken

Der Direkte Draht vom 10.11.2022

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, am 10. November jährt sich zum 84. Mal eines der schrecklichsten Ereignisse in der Geschichte unserer Stadt. Während deutschlandweit bereits am 9. November Synagogen brannten und Häuser jüdischer Bürgerinnen und Bürger gebrandschatzt wurden, machten sich in Bad Vilbel am 10. November 1938 Schergen des nationalsozialistischen Terrorregimes auf, diese schrecklichen Taten auch hier zu verüben.

Weder auf den Besitz, noch auf die Gesundheit und letztendlich auf das Leben jüdischer Bürgerinnen und Bürger haben die brandschatzenden Horden Rücksicht genommen.
 
Auch in diesem Jahr begehen der Magistrat der Stadt Bad Vilbel und die jüdische Gemeinde Bad Vilbel daher ein Pogromgedenken am Gedenkstein vor dem historischen Rathaus. In einer Zeit, in der es inmitten Deutschlands wieder vermehrt Übergriffe auf jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger gibt, ist es die Pflicht unserer Generation, nicht nur an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte zu erinnern und den Opfern zu gedenken, sondern aus der mahnenden Warnung, dass sich dies nie wiederholen dürfe, auch Taten zu machen und sich mit allem, was wir haben, gegen derlei Übergriffe zur Wehr zu setzen und alles dafür zu tun, unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu schützen.
 
Wenn es nunmehr bereits wieder Teile deutscher Städte gibt, in denen Juden ihre Kippa abnehmen, um nicht erkannt zu werden oder den Davidstern an einer Halskette nicht offen tragen möchten, weil ihnen sonst nicht nur Beleidigungen, sondern gar tätliche Angriffe drohen, dann haben wir einen Punkt überschritten, an dem es lediglich reicht, mit mahnenden Worten die Erinnerungskultur aufrecht zu erhalten.
 
Wir haben nur dann wirklich aus diesen schrecklichen und unmenschlichen Ereignissen der Tage und Nächte des 9. und 10. November 1938 und all dem, was zuvor bereits geschah und danach noch folgte, gelernt, wenn wir uns gemeinsam aktiv gegen jedwede Form des Antisemitismus stellen. Aus dem „Nie Wieder!“, muss eine klare Handlung folgen. Eine Handlung, der jeder Mensch in unserem Land nachgeht. Eine Handlung, die zu einem Reflex werden muss. Bemerken wir antisemitische Umtriebe, so stehen wir auf, gehen gegen diese vor, verurteilen sie nicht nur, sondern unterbinden sie und verhindern sie.
 
Das muss das Erbe des 9. und 10. November 1938 sein. Auch hier bei uns in Bad Vilbel.
 
In diesem Sinne grüßt Sie herzlich
Ihr Magistrat der Stadt Bad Vilbel

Veröffentlicht:10.11.2022