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Wichtige Information

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadt Bad Vilbel veröffentlicht. Diese stehen unter Nennung der Quelle „Stadt Bad Vilbel“ für eine Veröffentlichung zur freien Verfügung.

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Yannick Schwander
SchwanderYannick
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Aktuelle Nachrichten

Vilbeler Kirschen für den Höchstbietenden

Kirschenversteigerung 2021 einmal mehr ein voller Erfolg

Wenn der städtische Feldschütz, Marc Dudda, an diesem sonnigen Samstagvormittag von „Kollegen“ spricht, meint er einmal nicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Bad Vilbel, sondern die Kirschen, die an den Bäumen in den Streuobstwiesen der Wingert „recht gut hängen“, wie Dudda den anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Kirschenversteigerung 2021 erklärt.

Seit über 40 Jahren versteigert die Stadt Bad Vilbel den Ertrag ihrerKirschbäume in den Streuobstwiesen. Auch in diesem Jahr kamen insbesondere Familien, die vor allem eines hatten: viel Spaß.
 
Zunächst einmal wies Marc Dudda alle Anwesenden in die Regularien der Versteigerung ein. In 50 Cent Schritten geht es dabei solange voran, bis ein Gebot den Zuschlag „zum Dritten“ erhält. Ersteigert werden dabei nicht die Bäume selbst, sondern die Früchte, die sie tragen. „Wer einen oder mehrere Bäume ersteigert, kann zu dem Zeitpunkt, an welchem die Kirschen dann reif sind, zum Abernten kommen. Die Pflege und die Unterhaltung der Bäume bleibt bei der Stadt“, erklärte Dudda den rund 25 anwesenden Erwachsenen und Kindern.
 
Wer gekommen ist, hatte nicht nur die Chance auf leckere Kirschen aus der Vilbeler Wingert, sondern erfuhr von Marc Dudda zudem allerlei Wissenswertes zu den Streuobstwiesen, zum Baumschnitt und weshalb Totholz wichtig für Insekten und die Vogelwelt ist. „Viele Familien kennen die Streuobstwiesen zwar von Spaziergängen und Ausflügen, aber weshalb dieses immaterielle Kulturerbe auch wichtig für die Stadt ist und wie dieses Ökosystem funktioniert, wissen freilich nicht alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Daher erkläre ich zwischen den einzelnen Versteigerungen auch gern, etwas über Gehölze, deren Wachstum und die Streuobstwiesen an sich“, so Dudda.
 
43 Bäume standen in diesem Jahr zur Verfügung und die anwesenden „Ersteigerer“ machten regen Gebrauch von der Möglichkeit, Bad Vilbeler Kirschen zu ergattern.
 
Ein Lehrer machte dabei ein wahres Schnäppchen, denn für 27 Euro konnte er den Ertrag von fünf Bäumen ersteigern, diese möchte er nun seinen Schülerinnen und Schülern zu Gute kommen lassen. Andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind indes wahre Stammkunden und kennen sich mittlerweile gut aus. „Eine Familie, die im Grunde jedes Jahr kommt, hat sich beispielsweise auf drei wilde Sorten fokussiert, da sie diese kennen- und schätzen gelernt haben. Das wird dann wieder leckerer, süßer Kirschlikör“, freute sich Dudda darüber, dass während der Versteigerung erste Rezepte ausgetauscht wurden.
 
Ein besonderer Moment der Kirschenversteigerung ist jedes Jahr die Versteigerung der sogenannten „Kinderbäume“. „Das sind kleine Bäume, deren Ertrag noch gut ohne Leitern abzuernten ist. Bei diesen Bäumen dürfen nur die Kinder steigern. Das macht diesen immer einen Riesenspaß und auch Mama und Papa sind stolz, wenn ein Kind den Zuschlag erhält“, gab Dudda zu Protokoll und kniete sich, damit er mit den Kindern auf Augenhöhe zum Bieten ist.
 
Am letzten Baum angekommen, wurde es indes noch einmal wichtig, denn dann folgte die Abrechnung. Wichtig wird hier nämlich die Quittung, die alle Anwesenden erhalten, die einen Baum oder gar mehrere Bäume ersteigert haben. „Diese Quittung berechtigt die Anwesenden ausnahmsweise mit dem Auto die Feldwege zu befahren, um zur Streuobstwiese zu gelangen und die Früchte zu ernten“, so Dudda abschließend, der auch in diesem Jahr Kaffee und Mineralwasser für die durch das Bieten und Steigern strapazierten Kehlen dabei hatte.
 
Bis zum nächsten Jahr stehen die Kirschbäume in all ihrer Pracht dann weiterhin in den Streuobstwiesen. Unter den Bäumen wird dann wieder ökologisch „gemäht“, denn dies verrichten stets die Schafe des Schäfers Weyland.
 

Bildunterschrift: Die einen inspizieren die Kirschen, die anderen bereiten sich auf das Steigern vor. Marc Dudda, städtischer Feldschütz (mit Klemmbrett in der Bildmitte) hat alles im Blick.

Veröffentlicht:28.06.2021