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Aktuelle Nachrichten

Bad Vilbel gerüstet für den die Wiederaufnahme des Kita-Regelbetriebs

Sozialdezernent Dr. Jörg-Uwe Hahn spricht über die besondere Situation

Seit dem 2. Juni befinden sich die Kitas in Bad Vilbel im sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb. Das heißt, dass für jedes Kind eine Betreuung angeboten wird. Vom 6. Juli an soll der Betrieb dann wieder ohne Einschränkungen zum Regelbetrieb werden. Damit dies der Fall sein kann, müssen nicht nur Konzepte erstellt werden, sondern fließen auch die Erfahrungen aus dem eingeschränkten Regelbetrieb in die Konzeption mit ein.

Wir haben hierzu mit dem Sozialdezernenten, Jörg-Uwe Hahn, und mit demFachbereichsleiter Soziale Sicherung, Jörg Heinz, hierzu gesprochen.
 
Lieber Herr Dr. Hahn, lieber Herr Heinz, der eingeschränkte Regelbetrieb in den Bad Vilbeler Kitas läuft nun seit drei Wochen. Wie sind Ihre Erfahrungen bislang?
 
Hahn: Zunächst einmal muss ich allen Beteiligten ein großes Kompliment aussprechen. Das Team des Fachbereichs Soziale Sicherung und insbesondere das städtische Kitabüro hat hier innerhalb kürzester Zeit ein Konzept erstellt, das sehr schnell weit über Bad Vilbel hinaus in aller Munde war und sehr positiv bewertet wurde. Die Erzieherinnen und Erzieher leisten seit Wochen hervorragende Arbeit und tragen einen großen Anteil daran, dass der Kitabetrieb in Bad Vilbel nahezu geräuschlos verläuft. Das ist auch die Quintessenz der bisherigen Erfahrungen: Der Betrieb läuft und er läuft gut.
 
Herr Heinz, aus dem Verwaltungsalltag heraus weiß man, dass insbesondere der Kitabereich stets ein sensibler Bereich ist. Wie würden Sie die Maßnahmen der Stadt Bad Vilbel während der coronabedingten Einschränkungen beschreiben?
 
Heinz: Ich muss sicher nicht betonen, dass diese Situation für uns alle Neuland war. Im Grunde von heute auf morgen vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, den Regelbetrieb einzustellen und bis auf einen kleinen Notbetrieb die Kinderbetreuung einzustellen, hat alle Beteiligten sehr gefordert. Ich denke aber, dass wir in Bad Vilbel zurecht sagen können, dass wir diese Situation bis jetzt sehr gut gestemmt haben. Der Notbetrieb war schnell organisiert und im eingeschränkten Regelbetrieb haben wir es geschafft, dass jedes Kind mindestens zwei Tage in der Woche wieder in die Kita kann und das dann zu den jeweils gebuchten Zeiten bis maximal 8 Stunden täglich.
 
Jetzt soll es am 6. Juli in den Regelbetrieb übergehen, sprich alle Kinder dürfen wieder ohne Einschränkungen in die Kitas. Wie bereitet sich die Stadt darauf vor?
 
Heinz: Wir erstellen ein Konzept, das sich an den Hygieneregeln des Landes Hessen orientiert, welche aus dem Sozialministerium jüngst verschickt wurden. Da wir in den vergangenen Wochen im U3-Bereich bereits komplette Gruppengrößen und im Ü3-Bereich bis zu 15 Kinder pro Gruppe betreuen konnten, haben wir eine sehr gute Grundlage. Hinzu kommt, dass unser Betreuungsschlüssel ohnehin schon vorher immer über dem Schlüssel lag, den das KiFöG (Kinderförderungsgesetz des Landes Hessen, Anm. d. Red.) vorgibt. Das spielt uns bei den jetzigen Planungen in die Karten.
 
Hahn: Darüber hinaus habe ich in den vergangenen Tagen die Möglichkeit genutzt, um mich mit allen Beteiligten auszutauschen. Mit allen Beteiligten heißt, dass zunächst Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Fachbereich geführt wurden. Dann gab es Gespräche mit allen Kitaleitungen, um deren Praxiserfahrungen zu hören und diese Erkenntnisse in die neuen Konzepte einzuspeisen und ich habe mich mit der Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte Bad Vilbels (kurz ARGEL) getroffen, um auch deren Meinung zu erfahren und die sehr wichtigen Aussagen der Eltern zu kennen. Man darf nicht vergessen, dass seit Mitte März die Eltern die Hauptlast tragen und auch im eingeschränkten Regelbetrieb viele Eltern sehr flexibel sein mussten. Das war und ist eine große Leistung, daher ist es vollkommen klar, dass auch deren Sicht der Dinge eine Rolle in der Konzeptionierung spielt.
 
Welche Erkenntnisse konnten Sie aus den Gespräch mit der ARGEL mitnehmen?
 
Hahn: Die Elternvertreter haben uns mitgeteilt, dass sie mit der Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher sowie dem Kita Büro in der Corona-Zeit sehr zufrieden waren. Viele wichtige Entscheidungen konnten gemeinsam mit den Elternvertretern abgestimmt werden. So wurde beispielsweise beschlossen, dass auch ab dem 6. Juli auf die Randzeitenbetreuung verzichtet und dafür weiterhin eine Betreuung in den festen Gruppen gewährleistet werden sollte. Auch von städtischer Seite wird die Zusammenarbeit mit der ARGEL als sehr positiv gewertet.
 
Also viel Arbeit in den letzten Tagen und Wochen. Wie geht es nun weiter?
 
Hahn: am Montag, den 6. Juli sollen alle Kinder in die reguläre Betreuung zurückkehren. Natürlich wird es hierbei auch weiterhin gewisse Einschränkungen geben, sodass wir noch weit davon entfernt sind, von einem „Normalbetrieb“ zu sprechen. Aber wir werden mit einem erneut sehr guten Konzept in diesen Regelbetrieb gehen, welches mit den Kitaleitungen und den Eltern auf Basis der angesprochenen Gespräche im Grunde gemeinsam entworfen wurde. Dieses Konzept wird natürlich allen Einrichtungen und Eltern rechtzeitig zur Kenntnis zugeleitet.
 
Wird es denn Empfehlungen geben, die aus dem Konzept abgeleitet den Eltern an die Hand gegeben werden?
 
Heinz: Wie im eingeschränkten Regelbetrieb wird auch ab dem 6. Juli gelten, dass Kinder mit Krankheitssymptomen oder Kinder, in deren Familien entsprechende Krankheitsbilder auftreten, nicht in die Kita geschickt werden sollen. Außerdem gelten auch weiterhin alle gängigen Hygiene- und Abstandsregeln sowie Vorgaben oder Empfehlungen. Wir sind auch im Kitabereich immer darauf angewiesen, dass sich alle Beteiligten daranhalten. Bislang muss man aber festhalten, dass es hier zu keinerlei Problemen kam.

Es scheint, als sei man bei der Stadt Bad Vilbel wirklich gut vorbereitet. Kann man denn sagen, dass ein Stück weit Routine einkehrt, da man es nun seit Wochen und Monaten gewohnt ist, schnell auf neue Situationen zu reagieren?
 
Hahn: Das würde ich ganz und gar nicht sagen. Auch wenn wir alle sehr besonnen und sachlich an die Aufgaben herangehen und uns lediglich von fachlichen Überzeugungen leiten lassen, herrscht bei allen Beteiligten die klare Erkenntnis, dass wir uns nach wie vor in einer Ausnahmesituation befinden. Ich würde einmal sagen, dass aufkommende Routine hierbei sogar negative Konsequenzen hätte. Aber das schätze ich an allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, an den Kitaleitungen und auch den Elternvertretern. Niemand von ihnen will auch nur ansatzweise, dass das alles zur Routine wird.
 
Heinz: Sagen wir es einmal so, natürlich hat man nach und nach Übung darin, schnell auf neue Erkenntnisse zu reagieren und beispielsweise anhand der Vorgaben des Landes neue Konzepte zu erstellen. Uns ist allen aber sehr deutlich bewusst, wie komplex die Situation ist und dass wir nach wie vor eine Ausnahmesituation gestalten müssen.
 
Lieber Herr Dr. Hahn, lieber Herr Heinz, vielen Dank für die Ausführungen und weiterhin viel Erfolg bei der Bewältigung dieser Ausnahmesituation.

Bildunterschrift: Sozialdezernent Dr. Jörg-Uwe Hahn (links) sprach mit allen Kitaleitungen über den nahenden Regelbetrieb. Hier ist er gemeinsam mit Fachbereichsleiter Jörg Heinz (rechts) in der Kita Zauberburg und Leiter Jörg Engel.

Veröffentlicht:22.06.2020