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„Keine Stadt vergleichbarer Größe investiert mehr“

Erster Stadtrat Wysocki im Osterinterview zum Radverkehr

Seit seinem Amtsantritt im Juli 2016 hat der Erste Stadtrat und Verkehrsdezernent, Sebastian Wysocki, einen Fokus auf das Thema Radverkehr gelegt. In den vergangenen rund drei Jahren wurden viele Radwege ausgebaut, eine große Anzahl an Fahrradabstellplätzen erneuert und neu erstellt und ein neues Radverkehrskonzept verabschiedet. Auch in diesem und im kommenden Jahr sind Investitionen in den Radverkehr geplant und das in rekordverdächtiger Höhe von 4,2 Millionen Euro.

In unserem Osterinterview haben wir Sebastian Wysocki zumRadverkehr in Bad Vilbel befragt.
 
Herr Wysocki, 4,2 Millionen Euro investiert die Stadt Bad Vilbel in den kommenden beiden Jahren in die Radverkehrsinfrastruktur. Damit könnte man etwa 1500 Pedelecs kaufen, wie sie der Stadtverwaltung nun zur Verfügung stehen.
 
Wysocki: An diesem Beispiel sieht man, was für eine enorme Summe wir in die Radinfrastruktur investieren. Und damit ist es ja noch nicht getan. Durch unsere Partner, den Wetteraukreis und den Zweckverband Regionalpark Niddaroute, werden weitere hohe Summen aufgewandt, um beispielsweise überregionale Radwege auszubauen oder zu verbessern und die Radverkehrsbeschilderung zu aktualisieren.
 
Welche Projekte stehen dabei im Vordergrund?
 
Wysocki: Es ist immer schwer zu sagen, welche Projekte im Vordergrund stehen. Ich möchte das einmal an einem Beispiel illustrieren. Der Radweg durch den Quellenpark wird auf einer Länge von 1018 Metern in einer Breite von 5,50 Meter für eine getrennte Nutzung von Fußgängern und Radfahrern ausgebaut. Hinzu kommen fünf Verbindungen zu den Gebieten östliche und westlich der Haupttrasse, die als gemeinsame Geh- und Radwege mit einer Breite von drei Metern ausgebaut werden. Innerhalb der bebauten Ortslage wird der Weg beleuchtet, sodass er gefahrlos auch in den Abend- und Nachtstunden genutzt werden kann. Dieses Projekt läuft in Bad Vilbel nicht nur geräuschlos, sondern derzeit wenn man so möchte nebenbei, da anderen Maßnahmen, wie dem stadtseitigen Niddauferweg oder dem Ausbau des Niddaradwegs zwischen der Büdinger Straße und der Eisenbahnlinie der Niddertalbahn gerade mehr Aufmerksamkeit entgegen gebracht werden. Für uns sind aber all diese Projekte sehr wichtige Meilensteine für den Radverkehr in Bad Vilbel.
 
Der Geh- und Radweg durch den Quellenpark wird zukünftig nicht nur die neuen Wohngebiete im Quellenpark andienen, sondern auch Dortelweil mit der Kernstadt, beispielsweise dem Schulzentrum, direkt verbinden. Weshalb liegt hier kein Fokus der Öffentlichkeit? In anderen Städten wäre dies sicherlich das Jahresprojekt schlechthin.
 
Wysocki: Das ist wahrscheinlich so etwas wie der Fluch der guten Tat. Da in Bad Vilbel gerade viele Projekte und Maßnahmen gleichzeitig entstehen und angegangen werden, verteilen sich die Blicke der Öffentlichkeit stark. Zumal es auch für den Radverkehr Projekte gibt, die noch bis zum Hessentag fertiggestellt sein sollen. Dies wird zwar beim Geh- und Radweg durch den Quellenpark ebenfalls so sein, aber da er in gerade noch nicht erschlossenen Gebieten liegt, entzieht sich dies etwas der Öffentlichkeit. Nichtsdestotrotz werden wir nicht müde, darauf hinzuweisen, dass gerade dieser Weg ein Beispiel für vorausschauende Planung und Verkehrsleitung ist.
 
Manches Mal hat man den Eindruck, dass sich die Radverkehrsprojekte stark auf die Kernstadt beziehen. Dem ist selbstverständlich nicht so, welche Projekte gibt es für die Stadtteile?
 
Wysocki: Auch hier ist es sicher der Blick der Öffentlichkeit, der sich stark auf die Kernstadt fokussiert, zumal Projekte und Maßnahmen hier traditionellerweise nicht nur stärkere Beachtung, sondern zumeist auch breitere Diskussion nach sich ziehen. Aber wir sind auch sehr aktiv in den Stadtteilen. Auf dem Heilsberg wird der Plattenweg für rund 400.000 Euro ausgebaut, der Dortelweiler Weg in Massenheim wird für rund 430.000 Euro ausgebaut. In Dortelweil entsteht neben der Lückenschließung des Niddaradwegs eine Radfahrbrücke, die den Bodirsky-Steg ersetzen wird, hier schlägt die Gesamtmaßnahme mit über einer Millionen Euro zu Buche. Außerdem gehen wir in Dortelweil den Pappelweg mit Unterstützung des Wetteraukreises, gemeinsam mit der Stadt Karben an. In Gronau plant Hessen Mobil einen straßenbegleitenden Radweg entlang der L 3008 nach Niderdorfelden. Hier laufen gerade die Bodenuntersuchungen. Man sieht, die Investitionen betreffen sehr wohl nicht nur die Kernstadt.
 
Viele der genannten Projekte sind innerstädtische Projekte, aber auch gleichzeitig Teile von überregionalen Routen und Wegebeziehungen. Das Fahrradfahren als Einsatz im beruflichen Pendelverkehr wird immer häufiger. Welche Überlegungen bestehen hier weiter?
 
Wysocki: Wir sind hier auf einem sehr guten Weg. Die beschriebenen Maßnahmen sind Teile des Regionalparks Niddaroute und der Route „kurze Wetterau“. Ein tolles Beispiel hierfür ist unser Vorhaben, die Verbindung des Geh- und Radwegs Büdinger Straße zum Niddaradweg barrierefrei und komfortabel zu gestalten. Hier soll die heute sehr steile Rampe entsprechend umgebaut werden.
 
 
Zudem stehen wir mit der Stadt Frankfurt in einem guten Austausch mit Hessen Mobil und dem hessischen Verkehrsministerium, um die überörtlichen Verbindungen, insbesondere nach Frankfurt, nachhaltig zu verbessern. Auch wenn hier derzeit noch nichts im Bau ist, so sind wir dabei, dicke Bretter zu bohren, um in den kommenden zwei Jahren deutliche Fortschritte zu erzielen. Je besser die überregionalen Wegerouten ausgebaut sind, desto mehr wird das Fahrrad auch zur Alternative für Berufspendler. Das ist uns bewusst.
 
Fahrradinfrastruktur bedeutet aber nicht nur den Bau von Fahrradwegen, sondern beinhaltet noch mehr. Auch hier hat die Stadt Bad Vilbel klare Konzepte. Wie geht es hier weiter?
 
Wysocki: Zunächst einmal haben wir ein tragfähiges Radverkehrskonzept beschlossen, das zuvor breit diskutiert wurde. Auf Basis dessen arbeiten wir Schritt für Schritt unsere Projekte ab. Wir haben beispielsweise alle vorgesehenen Einbahnstraßen für das Fahren gegen die Einbahnstraße freigegeben, zwei Fahrradstraßen eingerichtet und diverse Beschilderungsmaßnahmen in Dortelweil und auf dem Heilsberg vorgenommen. Das funktioniert bislang einwandfrei. Wir haben uns zudem eine eigene Elektromobilitätsstrategie gesetzt, die wir ebenfalls konsequent umsetzen. In der Verwaltung gibt es mittlerweile einen Pool an drei Pedelecs, die für Dienstfahrten genutzt werden können. Wir nehmen außerdem teil an der landesweiten Aktion „Radfahren neu entdecken“, bei welcher wir Bürgerinnen und Bürgern eine Pedelec-, Lastenrad- oder E-Bike-Nutzung anbieten können, um zu testen, welche Mobilitätsform für einen selbst in Frage kommt. Der Zweckverband Regionalpark Niddaroute erstellt zudem ein Konzept für E-Ladepunkte entlang der Niddaroute und auch an der neuen Stadthalle werden wir Ladepunkte für E-Bikes haben.
Außerdem nehmen wir als Stadt in diesem Jahr das zweite Mal an der Aktion „Stadtradeln“ teil. Solche Aktionen sind ungemein wichtig für die Vermittlung unserer Ziele und um das Bewusstsein für die Attraktivität des Radverkehrs zu fördern.
Mit dem Wetteraukreis gehen wir auch zusammen die Neubeschilderung unseres Radnetzes an. Unser Ziel ist es, bis zum Hessentag die Beschilderung komplett zu erneuern. Das ist ein weiterer Baustein zur Förderung des Radverkehrs.
 
Dann müssen diese Räder aber auch irgendwo abgestellt werden…
 
Wysocki: Und auch hier sind wir Vorreiter in der Region. Wir haben in den vergangenen drei Jahren an allen Bahnhöfen neue Fahrradabstellanlagen errichtet und zudem am Bahnhof sowie in Dortelweil abschließbare Fahrradboxen aufgestellt. Im Sommer 2020 sollen an der Treppenanlage am Bahnhof weitere 33 überdachte Abstellanlagen und fünf abschließbare Fahrradboxen hinzukommen. Hier haben wir einen entsprechenden Gestattungsvertrag mit der DB Immobilien Gesellschaft geschlossen. Das Engagement für sichere und komfortable Fahrradabstellanlagen wird auch darüber hinaus weitergehen.
 
Herr Wysocki, vielen Dank für die Antworten und frohe Ostern!
 


Bildunterschrift: Erster Stadtrat Sebastian Wysocki legt einen Fokus auf den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur.

Veröffentlicht:24.04.2019